Erlesenes Europa
Monatliches Literaturmagazin
Länge: 25 - 30 Minuten
Vielsprachigkeit ist ein besonderer Reichtum Europas, den es gerade in Zeiten der weltweiten Dominanz von Englisch als lingua franca zu bewahren gilt. Das Projekt
„Erlesenes Europa“ soll als Literaturmagazin in moderner und innovativer Form die Orientierung bei der Entdeckung von literarischem Neuland bieten.
Jede Folge bietet ausführliche Portraits zweier zeitgenössischer Autoren und Autorinnen aus einem neuen EU-Mitgliedsland. Der Zusammenhang zwischen Literatur und den Alltagsproblemen von Autoren soll dem Zuseher anhand konkreter Beispiele vermittelt werden. Von jedem der zwei Autoren wird eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht in Form eines Literartur-Clips optisch umgesetzt.
Fixpunkt jeder Folge sollen schliesslich auch ein Rückblick über die literarische Tradition des jeweiligen Landes sowie ein Überblick über die aktuellen Trends in der Literatur-Szene sein.
Schließlich sollen auch noch Querverbindungen zwischen der Literatur- und der Filmszene des Landes erforscht und aktuelle Ausschnitte aus verfilmten Romanen oder Kurzgeschichten gezeigt werden.
"Die Ratten betreten das sinkende Schiff"
Deutsche Exilanten in Österreich 1933 - 1938
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland kamen zwischen 1933 und 1939 viele bekannte deutsche Kulturschaffende ins Exil nach Österreich – ohne besonders erwünscht zu sein. Beispielhaft für diese reservierte Haltung deutschen Künstlern gegenüber ist der überlieferte Ausspruch von Karl Kraus, der Bert Brecht und Bernhard von Brentano in seinem Stamm-Cafe mit folgenden Worten empfing:
„Die Ratten betreten das sinkende Schiff“
Die Liste der deutschen Emmigranten ,die vor den Nationalsozialisten nach Österreich flüchteten, ist lang: Thomas Mann, Bert Brecht, Theodor W. Adorno, Ödon von Horvath (der sich immer als Ungar und nie als Österreicher sah), Max Reinhardt, Ernst Bloch, Carl Zuckmayr, die jüdischen Mitglieder der „Comedian Harmonists“, Joe Lederer, Wilhelm Reich, Bruno Walter und viele mehr.
Bereits 1933 kamen binnen kurzer Zeit 1000 Emigranten. 1935 rangierte Österreich bereits an siebenter Stelle der Fluchtländer für Deutsche in Europa.
Diese Dokumentation soll exemplarisch die Schicksale einiger prominenter Emigranten in Österreich und ihren weiteren Fluchtweg nachvollziehen.
Interviews mit noch lebenden Kindern der Emigranten und Zeitzeugen sollen die Dokumentation abrunden.